Geschichte

Man schrieb das Jahr 1728, als der damalige Obervogt Gottlob Friedmann von Pöllnitz sein neues Palais in der Wilhelstraße 13 errichten ließ. Als Architekt des heutigen Ratskellers beauftragte von Pöllnitz den damaligen Ludwigsburger Stadtbaumeister Donato Guiseppe Frisoni.

Das zweigeschossige Gebäude ist mit einem Gewölbe unterkellert, im Wirtschaftshof stehen zwei massive Gebäude, genutzt als Stall und Remise, ein Garten schließt sich an. Umgeben wurde das gesamte Pöllnitzsche Anwesen von einer Mauer. Bereits Ende 1730 bietet von Pöllnitz sein Palais der Stadt für 15000 Gulden zum Kauf an. Der Herzog jedoch lehnte ab.

Als sich Ende des 18. Jahrhunderts Prinz Friedrich von Württemberg für das Palais interessierte, hatte dieses schon diverse Besitzerwechsel hinter sich. Am 08. Februar 1790 kaufte der Prinz das Anwesen zum Preis von 9000 Gulden nebst 500 Dukaten Schlüsselgeld. Der strenge, alleinerziehende Vater Friedrich von Württemberg zog mit seinen beiden Söhnen Prinz Wilhelm und Prinz Paul in das Palais.

Justinus Kerner, der mit den beiden Prinzen viel Zeit in dem großen Garten erlebte, erinnerte sich: „Dieser Garten ist mit den prächtigsten Obstbäumen aller Arten besetzt und im Herbst gibt es dort wahre Lustgelage der Jugend.“

Nach dem Tod Friedrich von Württembergs ging das Palais an die vier Kinder des Prinzen Paul über, die es aber nicht mehr selbst bewohnten. Stattdessen erwarb im Jahre 1834 die „Museumsgesellschaft“ das ehemalige Prinzenpalais. Die Ludwigsburger Museumsgesellschaft erwuchs aus dem Bildungshunger und der Leselust des aufgeklärten Bürgertums Ende des 18. Jahrhunderts. Französische Philosophie und Literatur waren hoch geschätzt, die deutschen Klassiker erfreuten sich großer Beliebtheit und immer mehr neue Tages- und Wochenzeitungen erschienen und weckten das Interesse der wissbegierigen Bürger. Nach dem Erwerb durch die Museumsgesellschaft erhielt der heutige Ratskeller den Namen „das Museum“ und stand nun erstmals der gesamten Bevölkerung zur Verfügung. Durch bauliche Veränderungen wurde „das Museum“ den Bedürfnissen der Zeit angepasst und entwickelte sich zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt.

Der „Museumsgarten“ wurde anfangs nicht verändert, war weiterhin mit Obstbäumen bepflanzt. Erst ab dem Jahr 1868 mussten die Obstbäume schrittweise der neuen Bepflanzung durch schattenspendende Kastanien weichen - der „Museumsgarten“ wandelte sich langsam zum Biergarten heutiger Prägung. Im Rahmen der Luftschutzmaßnahmen während des letzen Krieges wurde ein 19 Meter langer, 11,5 Meter breiter und 4 Meter tiefer Speicher für Löschwasser in den Garten eingebaut. Die Umfassungswände befinden sich heute noch im Untergrund.

1948 nahm das städtische Gartenamt die Planung für die Neugestaltung des Ratskellergartens auf. Im Rahmen der „Generalsanierung“ wurde die alte Remise, das letzte der alten Wirtschaftsgebäude, abgerissen und der gegenüberliegende Saalbau nach Süden verlängert. Anstelle der Remise entstand eine Freifläche für die Gartenterrasse. Bis zum Ende der 50er Jahre war der Garten in den Sommermonaten ein beliebter Treffpunkt für Musik- und Tanzveranstaltungen. Im Laufe der Zeit ließ das Interesse jedoch nach und der Garten verwahrloste vorübergehend. 1997/98 wurde der Terrassenbereich nochmals saniert und die Schenke für eine praktikable und rentable Bewirtschaftung des Gartens umgebaut.

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